Rosa’s waviges Kaleidoskop: Dalek I love you

Ein neues Jahr hat begonnen, Grund für viele Blogbesitzer, das Vergangene Revue passieren zu lassen. Doch darauf habe ich heuer einfach keine Lust und mache stattdessen eben da weiter wo ich aufgehört habe.

Nein, es gibt keine weiteren knallbunten Mode-Eskapaden ;) – aber in den Entwürfen liegt noch genug herum das einmal angeschrieben wurde und dann in Warteschleife verblieben ist. Meine Wahl fiel für den blogtechnischen Jahreseinstand wieder einmal auf einen musikalischen Artikel.

Jedoch, wie der Titel vermuten lässt, spielt ein sehr deutlicher Doctor Who Bezug auch diesmal eine gewisse Rolle ;) – während die britische Kult-Science Fiction Serie bei uns eher weniger bekannt ist, gehört sie in ihrer Heimat schon lange zur Populärkultur.  Mit dem 23. November 1963 als Erstausstrahlungstermin handelt es sich hierbei sogar um die älteste SciFi Serie überhaupt (und schlägt Star Trek damit auf den zweiten Platz zurück) – und in diesem Jahr feiert sie ihr 50-stes Jubiläum.

Da ist es kein großes Wunder, daß Künstler aller Sparten immer mal wieder ihre Begeisterung für diese Serie mit in ihr Werk aufnahmen, im Speziellen im musikalischen Bereich gibt es eine ganze Reihe davon. Ende der80er schaffte es die spätere Kultformation KLF mit “Doctorin the TARDIS” (noch unter dem Namen “The Timelords”) sogar in deutsche Discos, wo das Stück ziemlich guten Anklang fand – ganz ohne das man hierzulande vom Doctor und seiner, als britische Police Box getarnten Zeitmaschine, etwas wusste. Bis dato lief die Serie nämlich noch nicht über deutsche Mattscheiben. 1968 waren dem ZDF einige Folgen mit Patrick Troughton – dem zweiten Schauspieler die die Rolle des Zeitreisenden spielte – angeboten, was nach Vorführung einer der Episoden folgendermaßen abgelehnt wurde:

Die Filme sind in Dekor und Kostümen ebenso naiv wie die Bücher undurchschaubar. Die Ablehnung erfolgt einstimmig.1

Erst der Disco-Erfolg der Timelords bewog RTLplus 1989 die Serie auszustrahlen. In dem Jahr, in welchem in Großbrittannien die Serie vorerst eingestellt wurde.2

Aber ich wollte hier keineswegs die Geschichte der Serie detailliert ausführen, sondern natürlich auch eine Band vorstellen die bei uns offenbar genauso bekannt ist wie die britische Kult-Serie – wenn nicht sogar noch weniger.

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Die beiden Gründungsmitglieder Alan Gill und David Balfe haben, wie so viele spätere Wave-Musiker, ihren Ursprung im Punk Mitte der 70er.  Beide liesen dieses Genre hinter sich um  mit einem experimentelleren Projekt künstlerisch neue Wege zu gehen – der Band-Titel “Dalek, I love you” kam hierbei durch einen Kompromiss zustande, da Gill “Darling, I love you” vorschlug, Balfe allerdings die Band nach den wohl bekanntesten Aliens und Gegenspieler des Doctors benennen wollte – den Daleks – mutierte Lebensformen die im Inneren von salztreuerartigen Mini-Panzern ihr Unwesen treiben, sich für “superior” halten und in ihrem Zerstörungsdrang dann ganz schnell sehr einsilbig werden können.

1978 verlies Balfe die Band um bei namhaften anderen Projekten wie “Big in Japan” und “The Teardrop Explodes” mitzuarbeiten, worauf weitere Künstler zu “Dalek, I love you” kamen, darunter Martin Cooper und Andy McClusky, die jedoch nur sehr kurz blieben, nach ihrem Ausstieg gründeten sie mit Paul Humphries das heute ebenfalls nicht gerade unbekannte Projekt “Orchestral Maneouvres in the Dark” – oder kurz “OMD”.

Die Band verblieb als Duo mit Alan Gill und Dave Hughes, als sie im gleichen Jahr bei Inevitable Records unterzeichneten und ihr erstes Demo – “Freedom Fighters” aufzeichnete, welches dann bei Phonogram landete, das Label zeigte Interesse und “Dalek I” unterzeichnete daraufhin dort – die Verkürzung des Bandnamens wurde ohne Begründung, und ohne die Musiker zu fragen, vom Label vorgenommen, ebenso versuchte man die Akkorde des Demo-Song abzuändern da sie nicht dem “Standard” entsprächen.

Dort erschien schließlich das erste Album - Compass Kumpas - am 24. März 1980.

Dritter Titel des Albums trägt den gleichen Namen wie die Band – Dalek I love you (Destiny) – und dürfte mein absolutes Lieblingslied der Scheibe sein. Selbstredend bin ich aufgrund des Titels da nicht ganz unvoreingenommen ;) , aber auch so nistet sich das leichtfüßig klingende Stück schnell im Gehörgang, ja obwohl es eine relativ ruhige Ausstrahlung hat, auch durchaus im Tanzbein ein – mit den Daleks aus der Kult-Serie im Hinterkopf, sorgt der Text dieses Stückes für einige Grinser. Bei youtube ist es hier zu finden – nur leider in “Deutschland” – nicht anschaubar *räusper* ;) – gefolgt von “A Suicide” , das mit einer schweren, schneidenden Synthiefläche wesentlich düsterer daherkommt. Auch der Text hat es ziemlich in sich.

Nahtlos daran bricht “A Kiss” die depressive Stimmung wieder auf, da – laut dem Text – der Sänger es sich dann doch anders überlegt hat – was entsprechend flott untermalt wird. Stimmungsschwankungen die richtig Spaß machen. Ein Konzept das sich durch das ganze Album durchzieht. Stilmässig zwar eindeutig im Wave-Feld vorzufinden, schaffen es Dalek I aber dennoch einen recht eigenwilligen, speziellen Stil an den Tag zu legen der sicher erstmal gewöhnungsbedürftig ist. Ich hatte auch zwei Anläufe gebraucht bis mir diese irgendwie schräge, minimalistische Mixtur samt Alan Gills säuseliger Stimmlage gefallen mochte, inzwischen bin ich aber absolut überzeugt und begeistert.

Erwähnenswert ist sicher noch das Cover des legendären Rocksongs “You really got me” von den Kinks, dem man in der Version von “Dalek I” einen gewissen sarkastischen Unterton unterstellen möchte – ein kleiner Stinkefinger in Richtung des Rock and Rolls ausgestreckt – ganz der Punk eben.

Zum Abschluß des Albums fasst “Missing 15 Minutes” – das längste Stück – nochmal das ganze Album stilmässig zusammen.

Obwohl dieses gute Kritiken einheimste, blieb es kommerziell kaum erfolgreich. So wurde das Projekt schnell vorerst eingestellt. Zunächst blieb Alan Gill als einziges Bandmitglied übrig und schloß sich dann ebenfalls den Teardrop Explodes an, nachdem Julian Cope den Gitarristen rauswarf. Dort schrieb er mit an dem Song “Reward” welcher es in die Top 10 der UK Charts schaffte. Alan Gill verlies die Teardrop Explodes jedoch wieder um daraufhin unter dem vollen Bandnamen “Dalek I love you” seinen eigenen musikalischen Plänen weiter nachzugehen. So erschien am 28. Februar 1981 die Single “Heartbeat” mit der B-Seite “Astronauts” bei Phonogram.

Ein stilistischer Wendepunkt, der eher trashige, schräge Sound wich eingängigeren Synthpop-Melodien – eine Richtung die im folgenden beibehalten wurde, als 1982 die Band zu einem Quartett anwuchs und die zweite Single , diesmal beim Label Korova – herausbrachte: “Holiday in Disneyland”, gefolgt vom tanztauglichen “Ambition in 1983. Beide Stücke erschienen schließlich auf dem zweiten Album “Dalek I Love You: Dalek I Love You”.

Mit “Horrorscope” brachte die Band im gleichen Jahr eine letzte Single heraus – obwohl das zweite Album ein kommerzieller Erfolg war, Alan Gill äusserte sich jedoch daß er darin nicht weiter involviert werden wollte – so wurde “Dalek I love you” ein weiteres Mal auf Eis gelegt.

1985 gründete Alan Gill sein eigenes Label – Bopadub – um darauf Complations auf Kassette zu veröffentlichen, dort erschien im gleichen Jahr auch das Dalek I – Album “Naive” das mit insgesamt 25 Stücken aufwartet. Wieder ein wenig weg von den poppigen Tanz-Sounds, aber auch ohne den kratzbürstigen Charme der frühen Werke. Das ist irgendwie zwar schade, trotzdem mag ich das Album sehr gerne, es ist sehr emperimentierfreudig in verschiedenste Richtungen, bedient sich stellenweise bei Weltmusik aus aller Herren Länder, klingt mal folkig, mal mehr synthielastiger,  mal sind die Wave-Wurzen deutlich zu hören, dann wieder weit davon entfernt. Im Grundton ein sehr ruhiges Album das man so kaum wirklich richtig beschreiben kann sondern einfach mal selbst reinhören muss.

“Naive” erschien ausschließlich auf Kassette und ist heute legal im MP3-Format auf der (sehr spärlichen) Homepage von “Dalek I love you” runterladbar: http://www.dalekiloveyou.com/naive.htm

Wer jetzt noch nicht genug hat, kann die Bandhistorie auf der folgenden Seite nochmal haarklein im Detail nachlesen (auf englisch): http://robinparmar.com/dalek-i-love-you.html

1: http://www.serienjunkies.de/news/doctor-who-deutschland-kein-ort-31751.html

2: wer sich detaillierter über Doctor Who und dessen Geschichte informieren mag, kann das hier tun: http://en.wikipedia.org/wiki/Doctor_Who

Bildnachweis Dalek: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dalek_%28Dr_Who%29.jpg

http://www.dalekiloveyou.com

http://robinparmar.com/dalek-i-love-you.html

Rosas waviges Kaleidoskop #1: Ethereal Wave

Nicht nur heutzutage können die Subströmungen schwarzer Musikrichtungen bisweilen sehr verwirrend sein, auch in den Anfangstagen des Wave und Postpunk war die musikalische Landschaft durchaus schon breit gefächert.
So ist und bleibt der Oberbegriff “Wave” im Prinzip auch ein Begriff für weitläufige Nuancen der Sache – mit einem Bein im experimentellen Underground, mit dem anderen schon im Pop.

Mit solchen Unterkategorisierungen gibt es natürlich auch das Problem daß sich damals natürlich keiner hingesetzt hat, sich aus einer Auflistung dieser Begriffe einen ausgesucht hat und beschlossen hat eben diesen Stil in seiner Musik aufzunehmen, es gab Entwicklungen und Überschneidungen in viele Richtungen, ein Großteil der Bands kann nicht exakt in eine Unterschublade einsortiert werden – auch eben weil diese Kategorien wieder einmal nachträglich gebastelt wurden um dem Ding einen Namen zu geben.

Wie weit das Feld “Wave” tatsächlich ist möchte ich versuchen in dieser neuen musikalischen Kategorie auszuloten, Informationen weitergeben und Lücken in meinem Musikwissen finden und möglichst stopfen – und stellenweise wird es mich deprimieren weil der CD-Wunschliste garantiert der eine oder andere Silberling hinzu kommen wird – und die Liste ist so schon nahezu endlos ;)

Das erste Kapitel führt uns zur romantischen Seite des Wave ;)

Kapitel 1: Ethereal Wave / Heavenly Voices

Ethereal Wave – auch als “”Ethereal”, “Ethereal Goth” und “Ethereal Darkwave” bezeichnet, ist eine Subströmung des Wave die Ende der 80er bis Anfang der 1990er populär wurde.

Doch die Wurzeln haben viele spätere Ethereal-Bands bereits in den frühen 80ern, einige davon experimentierten auch zu der Zeit bereits mit solchen Klanglandschaften, die Hochzeit dieser Spielart war aber erst in den 90ern.

Charakteristisch für Ethereal sind meist atmosphärisch eingesetzte Gitarrenklänge (die aber dennoch meist unverkennbar Wave sind), dazu experimentelle Synthie-Klangteppiche die den Sound fast Filmmusik-artig unterstreichen, sowie überwiegend weibliche Sängerinnen. Ausgebildete Singstimmen sind nicht selten, es dominiert glasklarer, mystisch-verklärt anmutender Gesang oder sehr aussergewöhnliche, markante Stimmen.

Eng verwandte Genres sind Dreampop und Shoegaze, letzteres erhielt seine Bezeichnung durch einen ironischen Kommentar der – wieder mal – britischen Musikpresse, die den Künstlern vorwarf, auf der Bühne lediglich verschüchtert auf die eigenen Schuhspitzen zu starren – wer denkt da nicht unwillkürlich an den Grufti der weggetreten den Nord-Süd-Kurs auf der Tanzfläche antritt, um “die Musik so richtig schön in sich reinkriechen zu lassen” ;)

Weitere Querverweise die vom Ethereal Wave ausgehen sind Neofolk, Neoklassik,  Industrial – im Sinne von ambient-lastigen Sounduntermalungen die wieder ihre Urpsrünge in der Industrial Culture haben. Auch “New Age – Musik” wird als verwandt genannt – und neben dem athmosphärischen Synthie-Einsatz experimentiert man auch mit Musikformen aus Mittelalter und Renaissance sowie den Klängen aus anderen Kulturen wie Afrika, Arabien, Indien und Asien und vereint diese mit dem Wave-Sound.

Während der Industrial großen Einfluß auf Filmmusik gemacht hat (einige Künstler komponierten später für Film und Fernsehen, zB Chris Carter von Throbbing Gristle) waren auch Künstler aus den Ethereal-Reihen später gelegentlich für Filme tätig – hier mehr im Stile epischer, bombastischer Sounds a la “Herr der Ringe” – zB In The Nursery.

im deutschen Sprachgebrauch ist die Bezeichnung “Heavenly Voices” – in Anspielung auf die grandiosen Singstimmen der Sängerinnen (und ab und an auch mal Sänger ;) ) die eben typisch für diese Spielart des Wave sind. Hierzulande hält sich dieser Begriff durch die 90er ziemlich hartnäckig – und genauso habe ich diese Sparte der Dunkelmusik auch kennengelernt – auch wenn sie strenggenommen falsch ist.

Diese Bezeichnung geht auf eine 5-teilige Compilation zurück die ebenso hieß und zwischen 1993 und 1998 erschien. Herausgeber dieser Compilation war ein deutsches Independent-Label namens “Hyperium Records”, welches Alben Wegweisender Künstler dieses Subgenres herausbrachte – die Liste der Bands ist dabei beachtlich.
Gründer des Labels sind Oli Roesch und Oliver van Essenberg, Geschätssitz in Nürnberg (netter Zufall ;) ).

Auf den Samplern waren Bands aus den Genres Ethereal, Neoklassik, Neofolk, Folk, Pop, Alternative Rock, Trip Hop, Weltmusik, New Age und zuletzt auch Metal vertreten. Alle mit klanglich ähnlichem Konzept, aber nicht einheitlich nur Ethereal Wave – was freilich auch den besagten fließenden Überschneidungen und Weiterentwicklungen in den 90er Jahren geschuldet ist. Diese Bezeichnung wurde deswegen auch kritisiert – besonders auch weil Metal von anderer musikalischer Richtung her kommt und mit dem “Wave” in “Ethereal” freilich nichts zu tun hat.

Bands wie Faith and the Muse, Miranda Sex Garden, Attrition, Ataraxia, sToa, Die Form, Kirlian Camera, Collection D’Arnell Andrea und später auch QNTAL waren auf der “Heavenly Voices”-Compilation vertreten und boten die musikalische Heimat für die Endzeitomantiker der 90er Jahre. Und die Schwarzromantiker heute stehen in deren Tradition, auch wenn die Zeiten sich seitdem wieder einmal verändert haben.

1999 geht Hyperium Records bankrott, viele der “alten” Künstler sind aber auch heute noch aktiv, manche sogar szeneintern recht bekannt wie zB Faith and the Muse und Dead Can Dance.
Aber auch auf einem anderen Kult-Label – 4AD – gab es recht viele Ethereal Künstler zu finden, bzw nach dem Aus von Hyperium Records erschienend ie Alben vieler Künstler auf 4AD. Das Label, welches im Jahre 1979 gegründet wurde, ist auch heute noch “im Geschäft”.

Die Liste der Bands die man zum Ethereal Wave zählen kann ist groß, stellvertretend stelle ich ein paar hier kurz und exemplarisch vor. Persönliche Vorlieben spielen dabei offengestanden aber die größere Rolle ;)

Dead Can Dance

Vielleicht *die* Szenegröße im Ethereal-Bereich. Die Ausnahme-Kapelle um Brendan Perry und Lisa Gerrard wird 1980 in Australien gegründet, musikalisch orientiert man sich zunächst an Wave- und Postpunk-Klängen, im Laufe der Zeit nehmen aber die Einflüsse aus unterschiedlichsten Kulturkreisen zu – vornehmlich aus dem arabischen Raum – die Band wird um Musiker aus entsprechenden Ländern ergänzt. Dead Can Dance können ebenso dem genre “Weltmusik” zugeordnet werden, eben wegen dieser Einflüsse – letztenendes ist und bleibt das Projekt irgendwo eine Sparte für sich welche einzigartig ist. Zu dem genialen Musik-Crossover gesellt sich Lisa Gerrards charakteristische Stimme und ihre Fähigkeit des lautmalerischen Gesangs.

Auf der offiziellen Webpräsenz kann man kostenfrei die neuesten Werke in Form einer EP herunterladen: http://www.deadcandance.com/

sToa

sToa wurde 1991 von Oliver Parusel und Conny Levrow gegründet. Das erste Stück – ebenfalls mit dem Titel “sToa” wurde bei Hyperium Records veröffentlicht, später auch das Album “Urthona, welches als wegweisend für den Ethereal-Sound gilt.Beide Gründungsmitglieder haben Ausbildungen in klassischer Musik, was maßgeblich bei “sToa” eingeflossen ist.
Inhaltlich dreht sich sToas Werk um philosophische und esoterische Themen, musikalisch sind auch hier Einflüsse orientalischer Kulturen vorhanden.
Live ist die Band auch mehr als empfehlenswert – wer sich darauf einlässt wird mit einem nachdenklichen, ruhigen und beeindruckendem Erlebnis belohnt.

Collection d’Arnell Andréa

1986 gründeten Pascal Andréa und Chloé St Liphard die Band in Orléans, Frankreich. Andréa verlässt kurz nach der Gründung die Band, sein Name bleibt aber bis heute im Namen der Band.
Musiker mit traditioneller klassischer Ausbildung vervollständigen das Projekt, bei Live-Auftritten ist das Ensemble nicht selten groß. Wavige Klänge mischen sich zwischen Violinen und Chloés helle, klare Stimme. Eine Band die es mir seid dem Konzertbesuch zum WGT 2008 auch sehr angetan hat.

Hier die offizielle Homepage: http://cdaa.free.fr/

Myrna Loy

Über die Bonner Wave-Formation findet man im Netz nicht viel. Allzu bekannt scheinen sie heutzutage auch nicht mehr zu sein, was aber eine echte Schande ist, da diese Kapelle wirklich Spitzenklasse war und immernoch ist.
Ich bin ganz stolz, alle drei je erschienenen Scheiben im Regal stehen zu haben.
Aktiv war diese Band Anfang der 90er, stilmässig sind die Arrangements teilweise sehr experimentell, oft unverkennbar mit wavigen Wurzeln, und die Stimme der Sängerin, des Sängers, Victor, ist enorm einprägsam. Ebenfalls eine Kapelle die eigentlich eine ganz eigene Kategorie für sich darstellt.
Aktiv war die Band von 1887 – 1994. Kritiker bezeichneten die Band als eine der Innovativsten in Deutschland damals. Der Meinung bin ich durchaus auch :)

Nachtrag: Danke an Serapion für das Richtigstellen, daß hier keine Sängerin am Werk war, sondern tatsächlich ein Sänger – ich wusste es nicht und war mir sicher, eine Dame herauszuhören :) – der Umstand aber macht diese Band meiner Meinung sogar noch beeindruckender!

Cocteau Twins:

Zitat Wikipedia:

Die Cocteau Twins wurden 1980 in Grangemouth, Schottland, gegründet. Die Namensgebung geht auf einen frühen Song der schottischen New Wave-Band Simple Minds zurück, der in leicht veränderter Form als No Cure auf deren Debütalbum Life in a Day (1979) zu hören ist.

Die Cocteau Twins gelten als die “Erfinder” des Ethereal, in ihrer frühen Laufbahn waren sie mit Bands wie OMD ( <3 ) und This Mortal Coil auf der Bühne. Auch deren Alben erschienen danach auf dem Kultlabel 4AD.
Robin Guthrie und Liz Fraser arbeiteten für letztgenannte Band an dem Tim Buckley Cover "Song for the Siren", das im Soundtrack des Filmes "Lost Highway" von David Lynch zu hören war. Es wurde auch unter dem Bandnamen “This Mortal Coil” (Album “It’ll End in Tears”, 1984) herausgegeben – nicht unter “Cocteau Twins” – wie ich fälschlicherweise vorher an dieser Stelle behauptet hatte ;) – das Projekt des 4AD Labelchefs hatte zeitlebens wechselnde Bandmitglieder und Gastmusiker die sich auch im Ethereal-Bereich mit ihren eigenen Projekten aufhielten.

Ein Wendepunkt stellt das Stück “Blue Bell Knoll” dar, bei dem vermehrt auf elektronische Verfremdung, insbesondere der Gitarre, wert gelegt wird. Das Ergebnis ist meiner Meinung nach wunderschön, avantgardistisch und zeigt den Brückenschlag zwischen Schwarzromantik und Punk-Wurzeln durchaus.

Wie bereits gesagt – es gibt viele bemerkenswerte Bands aus dieser Subsparte, für alle ist hier natürlich kein Platz. Ich hoffe aber die Auswahl war abwechslungsreich und dennoch bezeichnend für ein Wave-Subgenre das durchaus großen Einfluß hatte.

Quellen:
http://en.wikipedia.org/wiki/Hyperium_Records
http://de.wikipedia.org/wiki/Shoegazing
http://en.wikipedia.org/wiki/Ethereal_Wave
http://www.lastfm.de/music/Myrna+Loy
http://de.wikipedia.org/wiki/Cocteau_Twins

Bildnachweis: http://en.wikipedia.org/wiki/File:Hyperium_Records.png