Samhain Mondentanz in der Kreuzmühle

Etwas schade ist es zwar daß meine derzeitlichen Maßnahmen zum beruflichen Umschwung etwas den Bewegungsspielraum für Extratouren einschränken, aber glücklicherweise bringen mich besagte Maßnahmen wieder einen Schritt näher in Richtung Erfüllung eines lange schlummernden Traumes, von daher kann ich mit dem Kompromiss halbwegs leben ;)
Trotzdem hat es mich gefreut daß ich es – wen auch etwas kurzfristig bis spontan in der Planung – zum Samhain Tanz in die Kreuzmühle geschafft habe, nicht zuletzt dank einiger lieber Bekannten die noch einen Platz im Auto frei hatten. Stressig war es dennoch, doch dazu später mehr.

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Bild von Remos Homepage

Auf Veranstaltungen wie WGT und Göttertanz habe ich Remo Sorge, den Besitzer der Mühle der ebenfalls als Bildhauer tätig ist schon kennenlernen dürfen, und auch per Internet führten wir schon einige sehr gute Gespräche, in denen ich schon des öfteren auch in die Mühle eingeladen wurde, was bisher wie gesagt leider nie machbar war von meiner Seite, obwohl ich sehr neugierig auf das historische Gebäude war, besonders nachdem ich via Myspace regelmässig viele ganz tolle Bilder von den Veranstaltungen bewundern konnte.
Zu Remo’s Homepage mitsamt Informationen zur Kreuzmühle geht es im Übrigen hier lang.

Weiterhin war angekündigt daß Tom Manegold an diesem Abend nicht nur in bester Göttertanz-Art auflegen sollte, sondern diesen auch mit einer Lesung seiner Werke eröffnen wollte. Dazu hatten sich etliche liebe Freunde angekündigt die man sonst eben nur zum WGT zu Gesicht bekommt, und so war das Gesamtpaket ein perfekter Grund sich auf den weiten Weg gen Harz zu machen.

Gen Samstag Mittag, 12:30 Uhr hätte es los gehen sollen, leider verzögerte sich das durch widrige Umstände, da mein Graues mich zu meinen Bekannten fahren musste, wegen Reifenwechsel-Termin erst um 12:30 wieder zurück war, und auf dem Weg dann das Navigationsgerät völlig rumspinnen wollte. Die Vorfreude sank hier schon ein Stückchen nach unten. Gen 14:00 Uhr kamen wir am Treffpunkt an, luden eilig ein und juckelten los gen Harz. Zu Fünft in einem Opel der nicht gerade ausladend war quetschten sich drei Leute auf die wenig bequeme Rückbank – Ölsardinenfeeling pur *hust*
Nicht nur mir wurde der Gedanke sich an der nächst erreichbaren Tanke eine Buddel Schnaps zu besorgen sympathischer, denn die Fahrt war “dank” mehrerer Umstände wirklich kein Spaß – was letztenendes auch der Insider des Wochendendes zwischen meinem anderen mitleidenden Freund und mir wurde. Umgesetzt wurde der Plan letztenendes aber nicht, auch wenn das imaginäre “Schnaps!”-Schild in meinem Hirn wirklich oft aufblinkte *seufz*

Als kleines Sahnehäubchen fand das Navigationsgerät unsere Unterkunft natürlich auf Anhieb erstmal nicht. “Waldoase” hies die Pension in der wir einen Bungalow gemietet hatten. Und die Geschichte war wirklich sowas von im Wald daß es Bumm macht – entgegen der Nachfrage via Telefon ob wir auf dem Feldweg richtig seien der uns einige Minuten immer tiefer in besagten Wald hineinführte – denn die Antwort die alle Mitreisenden im Auto durch die Freisprechanlage sehr deutlich hören konnten lautete:” Im Wald? Ne, da sind sie falsch!”
Die Unterkunft war an sich auch nicht allzu prickelnd, aber für eine Nacht war es OK, wenn auch auf eine skurrile Weise – ich habe schon lange keinen Betonklotzförmigen Radio mehr gesehen der gefühlt aus den frühen 80ern bzw späten 70ern stammen musste und noch einwandfrei läuft …

Stressig ging es weiter beim Fertigmachen für den Abend. Pünktlich da sein wollte man, was freilich nicht hinhaute, dafür gabs Auftakeln im Zeitstress, und das ist etwas was ich wirklich hasse. Am Ende war ich soweit beim kleinsten falschen Wort, von welcher Seite auch immer, vorwarnungslos an die Decke zu gehen – wer mich kennt weiß daß es ganz schön viel braucht um mich derart aus der Ruhe zu bringen. Nur wenn man mich soweit hat, dann knallt es meistens wirklich ordentlich.

Die ca 20 Minütige Anfahrt zur Mühle schafften wir dann zum Glück problemlos – obwohl sich zu den fünf Leuten noch drei Reifröcke gesellten und ebenfalls Platz wegnahmen.
Reichlich aufgelöst und genervt davon daß ich im Eil-Auftakeln gefühlt nur halb fertig war, trafen wir dan in der Mühle ein, um festzustellen daß ich gerade noch das Geld für den Eintritt in der Tasche hatte, weil im Stress der Umweg zur Bank völlig untergegangen war …

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Bild vom Myspace Profil der Kreuzmühle

Zum Glück wurde ab dann der Abend trotzdem absolut grandios. Unverhofft sah ich Alwa, freute mich wie doof, stürzte mich freilich gleich auf sie und freute mich noch mehr. Nachdem ich dann ein Glas Wein zur Beruhigung vor die Nase gestellt bekommen habe und von der grässlichen Anfahrt erzählt habe, ging es mir dann auch gleich viel besser. Wir fachsimpelten ein wenig über Nähtantenkram, und wenig später trafen noch mehr meiner Freunde ein, von manchen wusste ich daß sie da sein würden, von anderen nicht, und freute mich deswegen nochmal einen sprichwörtlichen Ast ab *g*
Toms Lesung haben wir daher garnicht mitbekommen, und vonwegen pünktlich da sein – Tom verspätete sich ebenfalls da er im Stau stand, wie mir Remo erzählte.

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Bild von Tuahadedana – Vielen Dank für den wunderschönen Schnappschuß!

Die Musikauswahl des Abends war ebenfalls mehr als grandios. Viel Wedelmusik, und wenn man dachte, man kann nicht mehr und muss mal ne Pause einlegen kam eine geniale Runde Wave-Klassiker. Vielen Dank dafür an Tom und den mir unbekannten DJ der sich mit ihm wohl abgewechselt hat. Es war toll, die Atmosphäre großartig, sehr freundschaftlich und herzlich, die Mühle ist sehr schön hergerichtet und mehr als perfekt für solche Veranstaltungen. Ich habe auch neue Leute kennenlernen dürfen (großes Knutsch an Annette dafür daß ich Lotta endlich kennenlernen durfte – bring ihn blos mit zum WGT ;) – oder den nächsten Göttertanz …) und der Abend an sich wog die nervige Anfahrt dann durchaus wieder auf. Schade ist an solchen Tanzveranstaltungen nur daß man mit den Leuten so richtig quatschen auch nicht kann. So verzögerte sich auch das Verabschieden etwas, und ich hätte mich beinah noch mit Remo verquatscht, wenn nicht meine Mitreisenden schon im Auto gesessen wären und vor der Türe darauf warteten daß ich mich losreißen kann.
Die Rückfahrt zur Unterkunft war auch eher unspaßig da zig Füchse und Rehe die aus dem Wald am Strassenrand meinten über die Fahrbahn springen zu müssen, sogar eine riesige Wildsau kreuzte unseren Weg.
Viel schlafen war im Bungalow dann auch nicht drin, ich war zwar steinmüde, aber ungewohnte Betten sind bei mir nie schlaf-fördernd.

Am nächsten morgen frühstückten wir erstmal ausgiebig – und “bestaunten” das Frühstückszimmer das mehr nach Omas Wohnzimmer aus den späten 70ern aussah – aber wenigstens waren wir fünf dort recht unter uns. Danach ging es wieder los gen Heimat – freilich wieder als Ölsardine auf der Rückbank im (P)Opel.
Doch die Rückfahrt war weitaus entspannter, so gegen 16:00 Uhr kamen wir an, ich wurde von meinem Freund (aka “Graues”) abgeholt, und endlich daheim angekommen fehlte nur noch ein Glas Wein für die nötige Bettschwere.

Fazit: die Mühle ist ein sehr empfehlenswerter Ort für stilvolle Veranstaltungen. Ich bin gerne wieder dort, nur unter anderen Rahmenbedingungen ;) und bitte ohne *den* Stress bei der Hinfahrt. Gerne würde ich mich im Harz auch mal etwas umsehen, die können da oben ja nicht blos Wald haben *lach*

Bilder habe ich selbst keine gemacht, den Photohungrigen empfehle ich daher das Album zum Mondentanz auf dem Myspace Profil der Kreuzmühle

Bodenwischen, richtig gemacht …

Zugegeben, ist jetzt schon wieder ein paar Tage länger her, aber ich bin noch nicht auf die Idee gekommen das mal weiter herzuzeigen ;)

Da hat mich am Göttertanz im September 2009 eine Freundin (einigen sicher bekannt als DocFraiser) unbedingt filmen wollen, und das auch getan. Natürlich mitten beim Tanzen ;) allerdings musste ich mich gezwungenermaßen beim Schwungholen etwas zurückhalten, die Schnürung meines Oberteils hatte sich gelöst und ich wollte vermeiden das Ding unelegant auf der Tanzfläche zu verlieren, und abhauen kam auch nicht in Frage … auch das Musikstück ist eher für getragenes rumwedeln geeignet, für exzessives Ausholen und Rockschwingen erweisen sich diverse einschlägig bekannte Musikstücke von Omnia und den Faunen als weitaus tauglicher *g*

So, und hier nun das Video:

Musik stammt von Test Dept und hört auf den zungenbrecherischen Namen “Arddyledog Ganu”

Dankeschöööön für das Video, ich hoff wir sehen uns mal wieder beim Göttertanz :)